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title: "Deutschlands KCanG-Evaluierung: Was zwei… | Cannabivo"
description: "Deutschlands zweite KCanG-Evaluierung zeigt moderate Fortschritte, stabile Jugendindikatoren, geringe Club-Nutzung und einen schnell wachsenden Medizinalmarkt."
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[![Abstrakte Karte Deutschlands mit politischen Markierungen, die eine zweijährige Bewertung der teilweisen Legalisierung von Cannabis widerspiegelt.](/images/uploads/34baed59-5813-4e96-8734-6bd75b0f6e9d/news-hero-germany-s-kcang-evaluation-what-two-years-of-partial-cannabis-legalisation-chang-1920x1280.jpg)](/images/uploads/34baed59-5813-4e96-8734-6bd75b0f6e9d/news-hero-germany-s-kcang-evaluation-what-two-years-of-partial-cannabis-legalisation-chang-1920x1280.avif "Bild in voller Größe ansehen")

[Politik](/de/news/politik "Politik")

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# Deutschlands KCanG-Evaluierung: Was zwei Jahre teilweiser Cannabis-Legalisierung verändert haben

![Porträt von Rob Harley, Nachrichtenredaktion von Cannabivo](/images/uploads/5f094d99-3443-4907-8555-2910851fd38a/rob-harley-1920x1920.jpg)Von [Rob Harley](/de/benutzerprofil?u=a65dddce-73db-40b5-8660-fe93612a7384 "Mitgliedsprofil des Autors ansehen")Veröffentlicht am 20. Juni 2026in [Politik](/de/news/politik "Politik")

 Deutschlands zweite KCanG-Evaluierung zeigt moderate Fortschritte, stabile Jugendindikatoren, geringe Club-Nutzung und einen schnell wachsenden Medizinalmarkt.

![Porträt von Rob Harley, Nachrichtenredaktion von Cannabivo](/images/uploads/5f094d99-3443-4907-8555-2910851fd38a/rob-harley-1920x1920.jpg)Von [Rob Harley](/de/benutzerprofil?u=a65dddce-73db-40b5-8660-fe93612a7384 "Mitgliedsprofil des Autors ansehen")

Rob Harley berichtet seit einem Jahrzehnt über Cannabisrecht und die Bewegung gemeinnütziger Vereinigungen in ganz Europa. Sein Fokus liegt darauf, wie Regulierung die Mitglieder, die Cannabis Social Clubs nutzen, tatsächlich erreicht — Papierkram, Grenzen und der langsame Aufbau öffentlichen Vertrauens. Seine Arbeit für Cannabivo soll genau, belegt und frei von Hype sein.

[Mehr Artikel dieses Autors](/de/news/autor/rob-harley "Alle Artikel dieses Autors ansehen")Veröffentlicht am 20. Juni 2026in [Politik](/de/news/politik "Politik")

 In diesem Artikel1. [Deutschlands KCanG-Evaluierung geht nun über den ersten Eindruck hinaus](/de/news/politik/deutschlands-kcang-evaluierung-was-zwei-jahre-teilweiser-cannabis-legalisierung-veraendert-haben#deutschlands-kcang-evaluierung-geht-nun-uber-den-ersten-eindruck-hinaus "Deutschlands KCanG-Evaluierung geht nun über den ersten Eindruck hinaus")
2. [Der Eigenanbau legte stark zu, doch der Bezug über soziale Kontakte bleibt vorn](/de/news/politik/deutschlands-kcang-evaluierung-was-zwei-jahre-teilweiser-cannabis-legalisierung-veraendert-haben#der-eigenanbau-legte-stark-zu-doch-der-bezug-uber-soziale-kontakte-bleibt-vorn "Der Eigenanbau legte stark zu, doch der Bezug über soziale Kontakte bleibt vorn")
3. [Das Clubmodell bleibt nur ein kleiner Teil des Marktes](/de/news/politik/deutschlands-kcang-evaluierung-was-zwei-jahre-teilweiser-cannabis-legalisierung-veraendert-haben#das-clubmodell-bleibt-nur-ein-kleiner-teil-des-marktes "Das Clubmodell bleibt nur ein kleiner Teil des Marktes")
4. [Medizinisches Cannabis wurde zum am schnellsten wachsenden legalen Zugangsweg](/de/news/politik/deutschlands-kcang-evaluierung-was-zwei-jahre-teilweiser-cannabis-legalisierung-veraendert-haben#medizinisches-cannabis-wurde-zum-am-schnellsten-wachsenden-legalen-zugangsweg "Medizinisches Cannabis wurde zum am schnellsten wachsenden legalen Zugangsweg")
5. [Der befürchtete Anstieg beim Jugendkonsum blieb aus, und die Entlastung der Justiz ebenso](/de/news/politik/deutschlands-kcang-evaluierung-was-zwei-jahre-teilweiser-cannabis-legalisierung-veraendert-haben#der-befurchtete-anstieg-beim-jugendkonsum-blieb-aus-und-die-entlastung-der-justiz-ebenso "Der befürchtete Anstieg beim Jugendkonsum blieb aus, und die Entlastung der Justiz ebenso")
6. [Vor dem Abschlussbericht streitet Deutschland bereits über Phase zwei](/de/news/politik/deutschlands-kcang-evaluierung-was-zwei-jahre-teilweiser-cannabis-legalisierung-veraendert-haben#vor-dem-abschlussbericht-streitet-deutschland-bereits-uber-phase-zwei "Vor dem Abschlussbericht streitet Deutschland bereits über Phase zwei")

In **Deutschland** ist zwei Jahre nach dem bundesweiten **Konsumcannabisgesetz (KCanG)**, das Besitz und Eigenanbau für Erwachsene teilweise legalisiert hat, das offizielle Bild weder Triumph noch Zusammenbruch. Die zweite Zwischenbewertung sagt, dass die beabsichtigten positiven Effekte des Gesetzes weiterhin begrenzt sind, viele der schwersten Warnungen vor seinem Inkrafttreten sich aber nicht bewahrheitet haben. Am deutlichsten verändert hat sich, wo die Menschen nach eigener Aussage Cannabis beziehen: Der Eigenanbau hat zugenommen, das Clubsystem bleibt klein, und Deutschlands Markt für medizinisches Cannabis ist weitaus schneller gewachsen als der nicht-kommerzielle Zugangsweg der Reform.

## Deutschlands KCanG-Evaluierung geht nun über den ersten Eindruck hinaus

Für Leser außerhalb **Deutschlands** ist das **KCanG** das Bundesgesetz, das am 1 April 2024 in Kraft trat und den Besitz sowie den Anbau von Cannabis für Erwachsene teilweise legalisierte. Das Gesetz sah außerdem eine formelle, unabhängige wissenschaftliche Überprüfung seiner gesellschaftlichen Auswirkungen vor. Zwei Jahre später liefert diese Überprüfung eine vorsichtige Einschätzung: Die positiven Effekte, die die Gesetzgeber erhofften, bleiben begrenzt, aber viele der düstersten Vorhersagen, die vor der Umsetzung geäußert wurden, sind nicht eingetreten.

Diese Überprüfung wird von **EKOCAN** durchgeführt, einem interdisziplinären Evaluierungsprojekt mit Forschenden der Universitäten Düsseldorf, Hamburg/UKE und Tübingen. Der zweite Zwischenbericht, der am 1 April 2026 veröffentlicht wurde, bezieht erstmals auch EKOCANs eigene Interviews mit jungen Konsumenten sowie Befragungen von Fachleuten der Suchtprävention und Beratung sowie von Strafverfolgungsbeamten ein. Anders gesagt: Deutschland beurteilt die Reform nicht mehr nur über Verwaltungsdaten; es hört nun direkt von den Menschen, die sich im System zurechtfinden müssen. Der Veröffentlichungsfahrplan sieht nun so aus:

Zeitplan der KCanG-Evaluierung in Deutschland

1. 1 April 2024KCanG tritt in Kraft

    Deutschland legalisiert Besitz und Anbau für Erwachsene teilweise und startet die Uhr für die formelle Evaluierung.
2. September 2025Erster EKOCAN-Bericht

    Der erste Evaluierungsbericht wird veröffentlicht.
3. 1 April 2026Zweiter Zwischenbericht

    Die zweite Zwischenbewertung wird mit zusätzlichen eigenen Forschungsergebnissen veröffentlicht.
4. 2028 or 2029Abschlussbericht fällig

    Für die spätere Phase der Überprüfung ist eine abschließende Bewertung geplant.

Der Ton ist ebenso wichtig wie die Daten. Der zweite Zwischenbericht präsentiert keine Erfolgsgeschichte im großen Stil, bestätigt aber auch nicht die dramatischsten Warnungen der Gegner. Stattdessen beschreibt er eine Reform, deren messbare Effekte an manchen Stellen real sind, an anderen fehlen und sich weiter entfalten.

### Der Bericht im Mittelpunkt von Deutschlands nächster Cannabis-Debatte

[![Gedruckte Seiten eines deutschen Cannabis-Evaluierungsberichts auf einem Schreibtisch mit Notizen und Ordnern.](/images/uploads/6fb52d10-7243-4037-8c4e-a1a40e2799b0/germany-s-kcang-evaluation-what-two-years-of-partial-cannabis-legalisation-changed-printed-1920x1080.jpg)](/images/uploads/6fb52d10-7243-4037-8c4e-a1a40e2799b0/germany-s-kcang-evaluation-what-two-years-of-partial-cannabis-legalisation-changed-printed-1920x1080.avif "Bild in voller Größe ansehen")

Deutschlands zweite KCanG-Zwischenbewertung wurde am 1 April 2026 veröffentlicht.

## Der Eigenanbau legte stark zu, doch der Bezug über soziale Kontakte bleibt vorn

Die deutlichste Verhaltensverschiebung im zweiten Zwischenbericht betrifft, **wo Verbraucher nach eigenen Angaben Cannabis beziehen**. Im ersten Halbjahr 2024 sagten nur 5.4% der befragten Konsumenten, ihre Hauptquelle sei der eigene Anbau gewesen. Im zweiten Halbjahr 2025 war dieser Anteil auf **21.4%** gestiegen. Für ein Gesetz, das Erwachsenen ausdrücklich erlaubte, für den Eigenbedarf anzubauen, ist das eines der wenigen unmissverständlichen Zeichen dafür, dass die Reform die alltäglichen Versorgungsmuster verändert hat.

Doch dieselben Daten setzen auch klare Grenzen für jede Behauptung, Deutschland habe bereits ein starkes neues legales Zugangssystem aufgebaut. Die am häufigsten genannte Quelle im zweiten Halbjahr 2025 blieb der **Bezug über soziale Kontakte** — also Cannabis, das über soziale Kontakte bezogen wird — bei rund **35%**. Und Cannabis aus den neuen Anbauvereinigungen machte 2025 nur etwa **3.5%** der Bezugswege aus. Die Versorgung hat sich also verschoben, aber nicht vor allem über den Weg, den die Gesetzgeber erwartet hatten. Die Kerndaten sehen so aus:

Bezugszahlen aus Deutschlands zweiter KCanG-Zwischenbewertung

5.4%Vor allem Eigenanbau im 1. Halbjahr 2024

21.4%Vor allem Eigenanbau im 2. Halbjahr 2025

35%Bezug über soziale Kontakte im 2. Halbjahr 2025

3.5%Aus Anbauvereinigungen im Jahr 2025

Nebeneinander gestellt, ist das Ungleichgewicht leicht zu erkennen:

Ausgewählte gemeldete Cannabis-Quellen in Deutschlands Evaluierungsdaten (%)

Die breitere Schlussfolgerung des Berichts lautet, dass das in **Deutschland** konsumierte Cannabis zunehmend aus im Kern legalen Quellen stammt. Dennoch ersetzt das Modell der teilweisen Legalisierung informelle Netzwerke nicht sauber oder linear. Der Eigenanbau hat sich schnell ausgeweitet; der Clubweg nicht.

## Das Clubmodell bleibt nur ein kleiner Teil des Marktes

Diese Lücke zeigt sich am deutlichsten bei den **Anbauvereinigungen**, den nicht-kommerziellen Clubs, die unter Deutschlands **KCanG** zu einem zentralen legalen Zugangsweg werden sollten. Anders als bei Einzelhandelsmodellen in anderen Ländern legte die deutsche Reform das Gewicht stark auf gemeinschaftlichen Eigenanbau statt auf lizenzierte Läden. Zwei Jahre später sagt der zweite Zwischenbericht, dass diese Säule noch lange nicht dominiert.

Nur etwa **3.5%** der Konsumenten gaben an, 2025 Cannabis von einer Anbauvereinigung bezogen zu haben, und die Evaluierungszusammenfassung ergänzt, dass es in weniger als der Hälfte der **deutschen Kreise** überhaupt eine solche Anbauvereinigung gibt. Das hilft zu erklären, warum Clubs ältere Bezugswege auf nationaler Ebene nicht verdrängt haben. Es passt auch zu der ungleichmäßigen Umsetzung, die sich in [Deutschland: Vier Bundesländer veröffentlichen Listen der Cannabis-Sozialclubs, während der Ausbau zu mehr Transparenz führt](/de/nachrichten/politik/deutschland-vier-bundeslaender-veroeffentlichen-csc-listen-waehrend-der-csc-ausbau-transparenter-wird "Deutschland: Vier Bundesländer veröffentlichen Listen der Cannabis-Sozialclubs, während der Ausbau zu mehr Transparenz führt") zeigte und deutlich machte, wie lückenhaft die Sichtbarkeit der Clubs im ganzen Land noch ist.

Auf Grundlage der Evaluierung stechen vier Punkte zur Säule der Anbauvereinigungen hervor:

- Im **2025** sagten nur etwa 3.5% der Konsumenten, ihr Cannabis stamme aus einer Anbauvereinigung.
- Die am häufigsten gemeldete Quelle blieb der **Bezug über soziale Kontakte**, bei rund 35% im zweiten Halbjahr 2025.
- Der Eigenanbau wuchs deutlich schneller und stieg von 5.4% Anfang 2024 auf 21.4% Ende 2025.
- Weniger als die Hälfte der **deutschen Kreise** hatte überhaupt eine Anbauvereinigung, was den möglichen Verbreitungsgrad des Modells begrenzte.

### Eine Umsetzung, die vor Ort weiterhin uneinheitlich bleibt

[![Hinweistafel in einem deutschen Cannabis-Club-Büro mit Mitgliedsanträgen und Regelhinweisen.](/images/uploads/c255bf91-ed15-4f1f-95be-26365ba476d1/germany-s-kcang-evaluation-what-two-years-of-partial-cannabis-legalisation-changed-noticeb-1920x1080.jpg)](/images/uploads/c255bf91-ed15-4f1f-95be-26365ba476d1/germany-s-kcang-evaluation-what-two-years-of-partial-cannabis-legalisation-changed-noticeb-1920x1080.avif "Bild in voller Größe ansehen")

Die Evaluierungszusammenfassung sagt, dass es Anbauvereinigungen weiterhin in weniger als der Hälfte der deutschen Kreise gibt.Was die Evaluierung also beschreibt, ist kein Clubsystem, das Deutschlands wichtigsten legalen Ersatz für informelle Versorgung geworden ist. Es ist ein Clubsystem, das weiterhin nur teilweise existiert, geografisch ungleich verteilt ist und national zu klein bleibt, um den Markt allein zu prägen.

## Medizinisches Cannabis wurde zum am schnellsten wachsenden legalen Zugangsweg

Wenn das Clubsystem hinterherhinkt, ist **medizinisches Cannabis** in die entgegengesetzte Richtung gegangen. Die Evaluatoren schätzen, dass Deutschland inzwischen Europas größter legal-kommerzieller Markt für medizinisches Cannabis ist. Zusammen mit einer inländischen Produktionskapazität von **2.6 Tonnen** standen 2025 in Deutschland bis zu **200 Tonnen** medizinisches Cannabis zur Verfügung.

Der Bericht führt diese Ausweitung zum Teil auf die Verbreitung von Online-Plattformen für medizinisches Cannabis zurück. In der Forschung des Evaluierungsteams sagten junge Erwachsene am häufigsten, sie bezögen Cannabis über **Online-Apotheken**. Das ist einer der politisch heikelsten Befunde des Berichts: Der am schnellsten wachsende legale Zugangsweg liegt offenbar im Rezeptmarkt, nicht in dem nicht-kommerziellen Clubmodell, das das **KCanG** in den Vordergrund rücken sollte.

Warum der Markt für medizinisches Cannabis wichtig ist

Eine Reform, die den Zugang für Erwachsene über Eigenanbau und Anbauvereinigungen umlenken sollte, entwickelt sich parallel zu einem weitaus größeren Markt auf Rezept. Das stellt die KCanG-Evaluierung nicht infrage, verändert aber die Art, wie ihre Ergebnisse interpretiert werden.

### Der legale Markt, der schneller skaliert hat als das Clubsystem

Für die nächste Runde der deutschen Cannabis-Politik wirft das eine schwierige Frage auf. Wenn Menschen sich vom informellen Bezug abwenden, dies aber überdurchschnittlich über medizinische Wege tun, sollten Gesetzgeber das als Beleg für erfolgreichen legalen Zugang, als Beleg für ein verzerrtes Modell oder als Beweis dafür werten, dass die vorgesehenen Wege für den Gebrauch durch Erwachsene noch zu schwach sind? Der zweite Zwischenbericht beantwortet das nicht. Er zwingt die Frage aber auf den Tisch.

## Der befürchtete Anstieg beim Jugendkonsum blieb aus, und die Entlastung der Justiz ebenso

Bei den Indikatoren, die die Debatte vor der Reform geprägt hatten, ist der zweite Zwischenbericht auffallend zurückhaltend. Unter **Jugendlichen und jungen Erwachsenen** wird die Cannabis-Prävalenz nach der teilweisen Legalisierung als stabil oder sogar leicht rückläufig beschrieben. Die Evaluatoren sagen zudem, es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Risikowahrnehmung junger Menschen gesunken ist; wenn überhaupt, deuten sie auf die gegenteilige Tendenz. Und ein plötzlicher Anstieg von Problemen im Zusammenhang mit dem Cannabis-Konsum wurde nicht bestätigt.

Diese Lesart passt zum breiteren Muster unserer früheren Berichterstattung darüber, dass Deutschlands Cannabis-Konsummuster nach zwei Jahren weitgehend unverändert geblieben sind: Was das **KCanG** sonst auch verändert hat, es hat bislang nicht den dramatischen Anstieg des Cannabis-Konsums unter Jugendlichen ausgelöst, den viele Kritiker vorhergesagt hatten.

### Ein Ziel, das der Bericht noch als unerreicht bezeichnet

Die Evaluierung gibt jedoch keine pauschale Entwarnung. Sie sagt auch, dass die erhoffte **Entlastung für Deutschlands Justizsystem** bislang nicht eingetreten ist. Im hier vorliegenden Auszug wird dieser Punkt genannt, aber nicht weiter ausgeführt. Dennoch ist er wichtig, weil er zeigt, dass der Bericht nicht einfach nur ermutigende Befunde aufsummiert. Einige praktische Versprechen der Reform sind weiterhin nicht eingelöst.

Deutschland verbessert zudem weiter, wie es einige der umstrittensten Effekte der Reform misst. Das gilt besonders für die Verkehrssicherheit, wo [Deutschland: Cannabis-bedingte Verkehrsunfälle sollten in den offiziellen Statistiken erfasst werden](/de/nachrichten/politik/warum-cannabis-bezogene-unfaelle-in-den-verkehrsunfallstatistiken-erscheinen-sollten "Deutschland: Cannabis-bedingte Verkehrsunfälle sollten in den offiziellen Statistiken erfasst werden") über Pläne berichtete, schwere Unfälle unter **Cannabis-Einfluss** systematischer zu erfassen. Eine bessere Messung wird den politischen Streit nicht allein beenden, aber sie wird die nächsten Phasen der Evaluierung belastbarer machen.

## Vor dem Abschlussbericht streitet Deutschland bereits über Phase zwei

Weil die Evidenz eher gemischt als dramatisch ist, ist Deutschlands politischer Streit um das **KCanG** nicht abgeflaut. Der zweite Zwischenbericht wurde rasch zum Brennstoff für eine breitere Debatte darüber, ob das Gesetz verschärft, verteidigt oder als Grundlage für einen stärker kontrollierten nächsten Schritt genutzt werden sollte.

Diese Debatte um den nächsten Schritt ist bereits sichtbar. Selbst während einige konservative Kritiker die Reform weiter attackieren, hat Deutschlands Bundesdrogenbeauftragter **Hendrik Streeck** Offenheit für eng kontrollierte regionale Pilotprojekte zum legalen Verkauf an Erwachsene signalisiert, wie [RND über seine Unterstützung für Modellversuche zum legalen Verkauf von Cannabis berichtete](https://www.rnd.de/politik/drogenbeauftragter-streeck-offen-fuer-modellversuche-zum-legalen-verkauf-von-cannabis-NQDMK2IATBEODOBVZHMDJVKGZ4.html?gaa_at=la&gaa_n=AWEtsqetH3NgOWC1Eq4o2tv6fnQ7-BLGgzZfIbmELdIACvWySLWvSyzZnkgl4iexYVCU_p_GqA4jtHJKT7sA&gaa_sig=5WVu8N7hTikF0jHxgEGBNMutWlQd5h3pENDgqkOohQif6j-hHPFFH8lShCWl7NMQdEmpsqH_Q_jv-0ZRAM6fFw%3D%3D&gaa_ts=6a11e9f5 "RND über seine Unterstützung für Modellversuche zum legalen Verkauf von Cannabis berichtete"). Das ist ein bemerkenswertes Signal: Teile Berlins streiten nicht mehr nur über die Rücknahme, sondern darüber, ob sich der aktuelle Rahmen weiterentwickeln sollte.

Vier weitere Debatten zeigen, wie die zweite Zwischenbewertung bereits in Deutschlands breitere Cannabis-Agenda hineinwirkt:

Wie sich Deutschlands Cannabis-Debatte nach der Evaluierung ausweitet
| Thema | Was geschah | Warum das wichtig ist | Quelle |
|---|---|---|---|
| Koalitions-Gegenreaktion nach dem Bericht | Innenminister Alexander Dobrindt nannte das Gesetz einen „vollständigen Reinfall“, und SPD-Vertreter wehrten sich gegen das, was sie als unsachliche Kritik bezeichneten. | Die Evaluierung ist nicht bloß eine Forschungsübung; sie ist zu einem aktuellen politischen Streit im deutschen Regierungslager geworden. | [Deutsches Ärzteblatt über die SPD-Kritik an Dobrindt](https://www.aerzteblatt.de/news/spd-wirft-dobrindt-unsachliche-kritik-an-cannabis-evaluierung-vor-a3b8c8f5-647a-4b2e-a0a9-501cf98ef7d5 "Deutsches Ärzteblatt über die SPD-Kritik an Dobrindt") |
| Gegensätzliche Lesarten derselben Befunde | Die Berichterstattung über die zweite Zwischenbewertung hob begrenzte Veränderungen beim Konsum hervor, während Unionsminister auf Behandlungszahlen zur Cannabis-Abhängigkeit verwiesen. | Dieselben Daten werden bereits herangezogen, um sowohl Kontinuität als auch Korrektur zu begründen. | [Tagesschau zur zweiten KCanG-Evaluierung](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/studie-cannabis-teillegalisierung-union-100.html "Tagesschau zur zweiten KCanG-Evaluierung") |
| Größenordnung des Medizinalmarktes jenseits des Clubmodells | Deutschland importierte im ersten Quartal 2026 mehr als 50 Tonnen medizinisches Cannabis. | Das stützt das Bild der Evaluierung von einem medizinischen Markt, der schneller wächst als der Weg über Anbauvereinigungen. | [International CBC zu Deutschlands Importen von medizinischem Cannabis im 1. Quartal 2026](https://ca.internationalcbc.com/germany-imported-over-50-tonnes-of-medical-cannabis-in-q1-2026/ "International CBC zu Deutschlands Importen von medizinischem Cannabis im 1. Quartal 2026") |
| Bessere Messung der Verkehrssicherheit | Deutschland plant, schwere Verkehrsunfälle unter Cannabis-Einfluss in den offiziellen Statistiken zu erfassen. | In den späteren Phasen der KCanG-Evaluierung sollte es belastbarere Daten zu einem der umstrittensten Risikobereiche der Reform geben. | [ZEIT zu geplanten Cannabis-Unfallstatistiken](https://www.zeit.de/mobilitaet/2026-06/cannabis-verkehrsunfaelle-statistik-fahrverbot-gxe "ZEIT zu geplanten Cannabis-Unfallstatistiken") |

### Fragen, die Leser noch haben

Deutschlands KCanG-Evaluierung: Die wichtigsten Fragen beantwortet

Wann trat Deutschlands KCanG in Kraft?Deutschlands bundesweites Konsumcannabisgesetz trat am 1 April 2024 in Kraft und legalisierte Besitz und Anbau von Cannabis für Erwachsene teilweise.

Hat die zweite Zwischenbewertung einen Anstieg des Cannabis-Konsums unter Jugendlichen festgestellt?Ein klarer Anstieg wurde nicht identifiziert. Die Evaluierung sagt, dass die Cannabis-Prävalenz unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach der teilweisen Legalisierung stabil oder sogar leicht rückläufig war.

Sind Anbauvereinigungen zur wichtigsten legalen Quelle geworden?Nein. Nur etwa 3.5% der Konsumenten sagten 2025, sie bezögen Cannabis von einer Anbauvereinigung, und weniger als die Hälfte der deutschen Kreise hatte überhaupt eine.

Warum steht medizinisches Cannabis in der Evaluierung so prominent im Mittelpunkt?Weil die Evaluatoren sagen, dass Deutschlands Markt für medizinisches Cannabis rasant gewachsen ist, Online-Apotheken als wichtiger Zugangsweg auftauchen und viele junge Erwachsene sie als Quelle nennen.

Wann ist die abschließende KCanG-Evaluierung fällig?Ein Abschlussbericht ist für 2028 oder 2029 geplant.

Was Deutschlands zweite KCanG-Evaluierung zeigt

- Zwei Jahre nach \*\*Deutschlands\*\* teilweiser Legalisierung fällt das offizielle Urteil vorsichtig aus: Die Vorteile bleiben begrenzt, aber die schlimmsten Befürchtungen haben sich nicht bestätigt.
- Die deutlichste messbare Verschiebung betrifft die Bezugswege, wobei der \*\*Eigenanbau\*\* von 5.4% Anfang 2024 auf 21.4% Ende 2025 stieg.
- Das \*\*Anbauvereinigungsmodell\*\* bleibt klein: 2025 gingen nur etwa 3.5% der Bezugswege auf Anbauvereinigungen zurück, und weniger als die Hälfte der Kreise hatte überhaupt eine.
- Deutschlands Markt für \*\*medizinisches Cannabis\*\* ist weit schneller gewachsen als das Clubsystem und macht den Verschreibungsweg zu einem zentralen Teil der realen Wirkungen der Reform.
- Die endgültige politische Bedeutung des KCanG bleibt offen, und Deutschlands größere Debatte dreht sich womöglich inzwischen darum, wie die nächste Phase aussehen sollte.

Deutschlands zweite KCanG-Evaluierung liest sich weder wie eine Bestätigung noch wie ein Fehlschlag. Sie liest sich wie eine unvollendete Reform: eine, die einige Bezugswege umgelenkt, zentrale Versprechen nicht eingelöst und einen Teil der Cannabis-Wirklichkeit des Landes in Kanäle verschoben hat, die die Gesetzgeber ursprünglich nicht ins Zentrum des Modells gestellt hatten.

## Quellen

1. [Drogenbeauftragter Streeck offen für Modellversuche zum legalen Verkauf von Cannabis (rnd.de)](https://www.rnd.de/politik/drogenbeauftragter-streeck-offen-fuer-modellversuche-zum-legalen-verkauf-von-cannabis-NQDMK2IATBEODOBVZHMDJVKGZ4.html?gaa_at=la&gaa_n=AWEtsqetH3NgOWC1Eq4o2tv6fnQ7-BLGgzZfIbmELdIACvWySLWvSyzZnkgl4iexYVCU_p_GqA4jtHJKT7sA&gaa_sig=5WVu8N7hTikF0jHxgEGBNMutWlQd5h3pENDgqkOohQif6j-hHPFFH8lShCWl7NMQdEmpsqH_Q_jv-0ZRAM6fFw%3D%3D&gaa_ts=6a11e9f5 "Quelle in neuem Tab öffnen: https://www.rnd.de/politik/drogenbeauftragter-streeck-offen-fuer-modellversuche-zum-legalen-verkauf-von-cannabis-NQDMK2IATBEODOBVZHMDJVKGZ4.html?gaa_at=la&gaa_n=AWEtsqetH3NgOWC1Eq4o2tv6fnQ7-BLGgzZfIbmELdIACvWySLWvSyzZnkgl4iexYVCU_p_GqA4jtHJKT7sA&gaa_sig=5WVu8N7hTikF0jHxgEGBNMutWlQd5h3pENDgqkOohQif6j-hHPFFH8lShCWl7NMQdEmpsqH_Q_jv-0ZRAM6fFw%3D%3D&gaa_ts=6a11e9f5")
2. [SPD wirft Dobrindt unsachliche Kritik an Cannabis-Evaluierung vor (aerzteblatt.de)](https://www.aerzteblatt.de/news/spd-wirft-dobrindt-unsachliche-kritik-an-cannabis-evaluierung-vor-a3b8c8f5-647a-4b2e-a0a9-501cf98ef7d5 "Quelle in neuem Tab öffnen: https://www.aerzteblatt.de/news/spd-wirft-dobrindt-unsachliche-kritik-an-cannabis-evaluierung-vor-a3b8c8f5-647a-4b2e-a0a9-501cf98ef7d5")
3. [Zwei Jahre Cannabisgesetz: Unions-Minister fordern Nachbesserung (tagesschau.de)](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/studie-cannabis-teillegalisierung-union-100.html "Quelle in neuem Tab öffnen: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/studie-cannabis-teillegalisierung-union-100.html")
4. [Germany Imported Over 50 Tonnes Of Medical Cannabis In Q1 2026 (ca.internationalcbc.com)](https://ca.internationalcbc.com/germany-imported-over-50-tonnes-of-medical-cannabis-in-q1-2026/ "Quelle in neuem Tab öffnen: https://ca.internationalcbc.com/germany-imported-over-50-tonnes-of-medical-cannabis-in-q1-2026/")
5. [THC-Wert: Cannabisunfälle sollen in amtliche Statistik einfließen (zeit.de)](https://www.zeit.de/mobilitaet/2026-06/cannabis-verkehrsunfaelle-statistik-fahrverbot-gxe "Quelle in neuem Tab öffnen: https://www.zeit.de/mobilitaet/2026-06/cannabis-verkehrsunfaelle-statistik-fahrverbot-gxe")
