Das BLE hat vier Cannabis-Forschungsprojekte genehmigt und verbrauchernahe Versuche ausgeschlossen. Grundlage sind Antragsdaten von Ende 2024 bis Ende 2025.
Das Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung, das BLE, hat vier Cannabis-Forschungsprojekte genehmigt, die zwischen Ende 2024 und Ende 2025 eingereicht wurden, alle ohne geplante Weitergabe an Verbraucher. Ein Krautinvest-Bericht zur Behördenantwort zeigt, warum das wichtig ist: Die Genehmigungen sind Forschungszulassungen, keine Modellprojekte, und sie stehen in einem deutlich größeren Stapel von Cannabis-Forschungsanträgen.
Vier Genehmigungen, aber nur auf einem engen Forschungspfad
Der zentrale Punkt in Deutschland ist nicht nur, dass das BLE vier Projekten zugestimmt hat. Es ist vielmehr, dass alle vier ohne jegliche Cannabis-Weitergabe an Verbraucher, die an der Studie teilnehmen, konzipiert waren, was sie außerhalb der Kategorie der Modellprojekte und fest innerhalb eines reinen Forschungspfads hält.
Das Bild hinter diesen Akten ist eher administrativ als dramatisch:

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sie Forschern, Antragstellern und Regulierern etwas sehr Präzises zeigt: Die deutsche Cannabis-Bürokratie lässt kontrollierte Forschung zu, nutzt Forschungszulassungen aber nicht als Hintertür zum Verbraucherzugang.
Das Antragsaufkommen hinter der BLE-Entscheidung
Das Fallaufkommen war größer, als die endgültige Zahl der Genehmigungen vermuten lässt. Das BLE sagte, dass 69 Anträge auf Forschungsprojekte zwischen Ende 2024 und Ende 2025 bei der Behörde eingegangen sind. Es sagte außerdem, dass 46 Forschungsprojekte angehört wurden, und diese Anhörungen umfassten 77 Anträge, weil einige Projekte mehr als einen Antrag enthielten. Im selben Stapel wurden 23 Forschungsprojekte mit 46 Anträgen abgelehnt.
Die klarsten Zahlen verdienen eine separate Betrachtung:
Die folgende Aufschlüsselung zeigt, wie diese Zahlen zusammenpassen:
| Kategorie | Anzahl | Was das bedeutet | Quelle |
|---|---|---|---|
| Eingegangene Anträge | 69 | Forschungsprojektanträge gingen zwischen Ende 2024 und Ende 2025 beim BLE ein | BLE genehmigt vier Cannabis-Forschungsprojekte |
| Angehörte Projekte | 46 | Diese Projekte standen für 77 Anträge, weil einige Einreichungen gebündelt waren | BLE genehmigt vier Cannabis-Forschungsprojekte |
| Abgelehnte Projekte | 23 | Diese Ablehnungen betrafen 46 Anträge | BLE genehmigt vier Cannabis-Forschungsprojekte |
| Projekte ohne Abgabe an Verbraucher | 38 | Vier Genehmigungen kamen aus dieser Gruppe, weil die Projekte keine Weitergabe an Verbraucher vorsahen | BLE genehmigt vier Cannabis-Forschungsprojekte |
Was die genehmigten Projekte untersuchen können
Die eigene Beschreibung des BLE weist auf eine ziemlich technische Forschungsagenda hin. Die genehmigten Projekte scheinen eher in die Agronomie, Pflanzenanalyse und Anbauwissenschaft zu passen als in die Zugangspolitik.
Das BLE sagte, Projekte in dieser Kategorie können sich auf Folgendes konzentrieren:
- den Anbau von Hanf oder bestimmten Cannabis-Arten und -Sorten
- die Messung wachstumsbezogener Parameter, die die Pflanzenentwicklung beeinflussen
- die Analyse von Inhaltsstoffen und anderen Gehaltsmerkmalen in der Pflanze
- das Testen innovativer und klimaneutraler Anbaumethoden
Eine Forschungsumgebung im Gewächshausstil passt zu diesem Auftrag:

Praktisch bedeutet das, dass es bei den genehmigten Arbeiten darum geht, wie Cannabis und Hanf angebaut, gemessen und bewertet werden, nicht um den regulären Einzelhandelszugang oder die Abgabe an Verbraucher.
Warum das BLE bei verbrauchernahen Versuchen die Grenze zog
Dieselbe Quelle berichtet, dass das BLE bei verbrauchernahen Pilotvorhaben im Rahmen der Forschungsverordnung wiederholt eine skeptische Haltung eingenommen habe. In Ablehnungsbescheiden habe die Behörde demnach argumentiert, dass jeder Teilnehmer einzeln einen Antrag stellen müsse, was einen verbrauchernahen Versuch weit weniger wie ein sauberes Forschungsprogramm und viel eher wie einen Stapel einzelner Anträge erscheinen lasse. Für Anträge zu medizinischem Cannabis bleibe nach derselben Quelle das BfArM zuständig.
Diese Grenze ist hier das eigentliche politische Signal. Sie zeigt, wo Deutschlands Agrar- und Ernährungsbehörde Cannabis-Forschung zulässt und wo sie noch immer bereit ist, sie zu stoppen.
Was Leser immer wieder zum Genehmigungssystem fragen
Die Fragen, die Leser zu dieser Akte meist stellen, sind recht einfach:
Häufige Fragen zu den Cannabis-Forschungszulassungen des BLE
Sind diese vier Projekte Modellprojekte?
Nein. Das BLE sagte, dass alle vier genehmigten Projekte keine Weitergabe von Cannabis an Verbraucher, die an der Studie teilnehmen, vorsehen, sodass sie keine Modellprojekte sind.
Wie viele Cannabis-Forschungsanträge hat das BLE erhalten?
Das BLE sagte, dass 69 Anträge auf Forschungsprojekte zwischen Ende 2024 und Ende 2025 bei der Behörde eingingen. Es sagte außerdem, dass 46 Projekte angehört wurden, die 77 Anträge umfassten, und dass 23 Projekte abgelehnt wurden.
Welche Arten von Arbeiten wurden genehmigt?
Das BLE verwies auf Projekte mit Fokus auf Hanf oder bestimmte Cannabis-Arten und -Sorten, Wachstumsparameter, Inhaltsstoffanalyse und innovative klimaneutrale Anbaumethoden.
Welche Behörde ist für Anträge zu medizinischem Cannabis zuständig?
Die Quelle sagt, dass das **BfArM** weiterhin für Anträge zu medizinischem Cannabis zuständig ist.
Die vier Genehmigungen des BLE öffnen in Deutschland kein verbrauchernahes Cannabis-Pilotprojekt, zeigen aber, dass die Behörde eine präzise Grenze zieht: Anbau und Analyse können vorankommen, während Verbraucherzugang und die Verwaltung von medizinischem Cannabis auf anderen Schienen bleiben.
Quellen
- BLE hat vier Cannabis-Forschungsprojekte bewilligt (krautinvest.de)
- Drogenbericht 2025 – Probleme jenseits von Cannabis (krautinvest.de)
- Lila Cannabisblätter: Anthocyane, Kältestress und wann die Färbung ein Warnsignal ist (hanf-magazin.com)
- Abschied von zwei Klassikern: Storz & Bickel läutet die Goodbye-Season für PLENTY und CRAFTY+ ein (hanf-magazin.com)
- Five Takeaways from the Global Medical Cannabis Market Review 2026 (prohibitionpartners.com)
- Cannabis Telemedicine: What Poland’s Market Crash and Recovery Tells Us About Regulatory Risk (prohibitionpartners.com)
- Massachusetts Cannabis Legalization Repeal Effort Qualifies for November Ballot (ganjapreneur.com)
- Michigan Supreme Court: Federal Prohibition Does Not Justify Banning Cannabis Use for Those on Probation (ganjapreneur.com)
- Synfinite Labs Debuts New Brand Identity Focused on Flavor Science (mgmagazine.com)
- What’s Driving Demand for Premium Cannabis Concentrates? (mgmagazine.com)







