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A grocery-store beverage aisle with THC drinks beside beer bottles and a shopper.

Wissenschaft

4 Min. Lesezeit

Deutschland: THC-haltige Cannabis-Getränke helfen einigen Nutzern laut Umfrage, mit Alkohol aufzuhören

Deutschlands Cannabis-Debatte wird weiterhin davon geprägt, wie neue Produkte in den Alltag passen, und eine frische Kundenumfrage legt nahe, dass mit THC versetzte Getränke für viele Verbraucher als Alkoholersatz dienen könnten. In dem Bericht von Marijuana Moment sagten mehr als drei von vier Befragten, dass sie nach dem Ausprobieren der Getränke weniger Alkohol trinken, während 21 Prozent angaben, ganz mit Alkohol aufgehört zu haben.

Eine Kundenumfrage deutet auf Alkoholersatz hin

Die zentrale Zahl ist einfach: 37 Prozent der Befragten sagten, sie tranken deutlich weniger Alkohol, 19 Prozent sagten, sie tranken etwas weniger, und 21 Prozent sagten, sie hätten ganz aufgehört zu trinken. Weitere 44 Prozent sagten, THC-Getränke seien Teil ihrer regelmäßigen Wohlfühlroutine geworden, was darauf hindeutet, dass die Getränke in Gewohnheiten eingebettet werden, statt als gelegentliche Neuheit zu gelten.

Die Verkaufsumgebung hinter diesen Antworten lässt sich leicht vorstellen:

Ein Getränkegang in einem Lebensmittelgeschäft mit THC-Getränken und Bierflaschen, während ein Kunde die Regale betrachtet.
Ein Kunde vergleicht THC-Getränke und Alkohol im Getränkegang.

Das Unternehmen sagte, eine frühere Umfrage im vergangenen Jahr habe ein ähnliches Muster gezeigt: Fast vier von fünf Erwachsenen, die Cannabis-Getränke konsumieren, berichteten von einer geringeren Alkoholaufnahme, und mehr als ein Fünftel sagte, sie hätten ganz mit dem Trinken aufgehört.

Warum Befragte sagen, dass das Format zu ihren Routinen passt

Die Umfrage fragte nicht nur nach Alkohol. Sie fragte auch danach, was Nutzer an Cannabis-Getränken mögen, und die Antworten verweisen auf vertraute Gründe, bei denen es eher um Funktion als um Äußerlichkeiten geht.

Auf die Frage, warum sie Cannabis-Getränke mögen, verwiesen die Befragten auf eine kleine Reihe wiederkehrender Gründe:

  • 80 Prozent sagten, die Produkte helfen ihnen, sich zu entspannen oder abzuschalten.
  • 50 Prozent sagten, sie nutzen sie als Einschlafhilfe.
  • 51 Prozent sagten, THC-Getränke helfen ihnen, die negativen Wirkungen von Alkohol zu vermeiden.
  • 60 Prozent sagten, es gebe keinen Kater.
  • 35 Prozent sagten, sie nutzten andere Cannabis-Produkte seltener, weil die Getränke verfügbar sind; 15 Prozent sagten, sie konsumierten Cannabis nur in Getränkeform.

Diese Mischung ist wichtig, weil sie darauf hindeutet, dass einige Verbraucher eine Produktkategorie als Ersatz und nicht als Zusatz nutzen. Die Umfrage ergab zudem, dass 44 Prozent THC-Getränke bereits als Teil ihrer regulären Wohlfühlroutine beschreiben, was erklärt, warum die Antworten zum geringeren Alkoholkonsum so deutlich ausfielen.

Wie die Getränke gekauft werden und was ein Verbot verändern könnte

Online-Kanäle dominieren weiterhin den Kauf

Die Mischung der Vertriebskanäle wird weiterhin vom Internet dominiert, obwohl die Getränke auch in vertrauten Einzelhandelsumgebungen auftauchen:

Wo Befragte angeben, THC-Getränke zu kaufen
KanalAnteilQuelle
Online63%THC-haltige Cannabis-Getränke helfen laut Umfrage einigen Nutzern, mit Alkohol aufzuhören
Lebensmittel-, Spirituosen-, Convenience- oder Fachgeschäfte26%THC-haltige Cannabis-Getränke helfen laut Umfrage einigen Nutzern, mit Alkohol aufzuhören
Cannabis-Abgabestellen5%THC-haltige Cannabis-Getränke helfen laut Umfrage einigen Nutzern, mit Alkohol aufzuhören

Weitere 5 Prozent sagten, sie kaufen die Getränke in Bars, Restaurants oder Veranstaltungsorten.

Die Online-Seite des Marktes sieht so aus:

Ein Laptop mit einer Bezahlseite für THC-Getränke neben versiegelten Getränkedosen auf einem Schreibtisch.
Online-Bestellungen bleiben der dominierende Kaufkanal.

Ein geplantes Verbot verändert bereits das Verhalten

Die Befragten wurden auch nach dem drohenden bundesweiten Verbot in den Vereinigten Staaten für aus Hanf gewonnene THC-Produkte gefragt, das im November in Kraft treten soll. 87 Prozent sagten, sie wüssten von dem geplanten Verbot, 27 Prozent sagten, sie legten bereits Vorräte an oder kauften mehr, und weitere 41 Prozent sagten, sie planten das, je näher der November rückt.

Falls das Verbot wie geplant kommt, sagten die Befragten, würden sie so reagieren:

Was Befragte tun würden, falls das Verbot kommt

Was Befragte tun würden, falls das Verbot kommtWas Befragte tun würden, falls das Verbot kommt — Zu anderen Formen von Cannabis greifen 68%, Mehr Alkohol trinken 23%, THC vollständig nicht mehr verwenden 8%
  • Zu anderen Formen von Cannabis greifen68%
  • Mehr Alkohol trinken23%
  • THC vollständig nicht mehr verwenden8%

Diese Zahlen zeigen, dass die Kategorie nicht nur heute die Wahl der Getränke verändert; sie prägt auch, wie Nutzer glauben, dass sie morgen auf strengere Regeln reagieren werden.

Warum Deutschland dasselbe Verbrauchersignal beobachtet

Für Deutschland ist die Umfrage kein Beleg für lokales Verhalten, und sie sollte auch nicht so gelesen werden. Es handelt sich um eine vom Unternehmen durchgeführte Kundenumfrage aus den Vereinigten Staaten, nicht um eine deutsche Bevölkerungsstudie. Sie verweist aber auf die breitere Frage, vor der politische Entscheidungsträger stehen: ob neue Cannabis-Formate Menschen vom Alkohol wegziehen können oder schlicht eine weitere Ebene des Konsums hinzufügen.

Das ist einer der Gründe, warum das Ergebnis gut neben unserem Blick auf die KCanG-Evaluierung in Deutschland steht, wo die Richtung des Gesetzes politisch weiter umstritten bleibt.

Die frühere Umfrage des Unternehmens aus dem vergangenen Jahr weist in dieselbe Richtung, sodass das Muster nicht auf seine Kundenbasis beschränkt ist. Dennoch handelt es sich hier um selbstberichtete, markengeleitete und verbraucherspezifische Angaben; es ist ein Signal, kein klinischer Befund.

Was die Umfrage nicht belegt

Leser werden wahrscheinlich dennoch ein paar praktische Fragen zur Umfrage haben:

Leserfragen zur THC-Getränke-Umfrage

Wie viele Menschen wurden befragt?

Crescent Canna befragte 1,637 Erwachsene über 21, die mindestens einmal ein THC-Getränk ausprobiert hatten, zwischen dem 29. Mai und dem 11. Juni.

Beweist die Umfrage, dass THC-Getränke Menschen dazu bringen, Alkohol aufzugeben?

Nein. Sie berichtet über selbstberichtete Verhaltensweisen aus einer Unternehmensumfrage, also zeigt sie, was Nutzer nach eigenen Angaben erlebt haben, nicht ein klinisches Ursache-Wirkungs-Ergebnis.

Was sagten die Befragten, würden sie tun, wenn das Verbot in Kraft tritt?

67 Prozent sagten, sie würden auf andere Formen von Cannabis ausweichen, 23 Prozent sagten, sie würden mehr Alkohol trinken, und 8 Prozent sagten, sie würden THC vollständig nicht mehr verwenden.

Wo kaufen die meisten Befragten THC-Getränke?

63 Prozent sagten online, 26 Prozent in Lebensmittel-, Spirituosen-, Convenience- oder Fachgeschäften und 5 Prozent in Cannabis-Abgabestellen.

Zusammengenommen legt die Umfrage nahe, dass mit THC versetzte Getränke von einigen Verbrauchern als Alkoholersatz genutzt werden und dass das Format Gewohnheiten stärker verändern könnte als ein einfaches Neuheitsprodukt. Für Deutschland ist der Hauptwert der Geschichte nicht als Beweis, sondern als Verbrauchersignal: Wenn Gesetzgeber weiter über Cannabis-Formate streiten, ist dies die Art von Verhalten, die sie verstehen müssen.

Quellen

  1. Öffentliche Kifferzonen? | DHV-News # 514 (hanfverband.de)
  2. GKV & Blüten: Abstimmung verschoben, Petition online | DHV-News # 513 (hanfverband.de)
  3. EU Medical Cannabis Faces Its Most Consequential Regulatory Overhaul (businessofcannabis.com)
  4. Why a Medical Cannabis Policy Should be Mandatory for Employers (businessofcannabis.com)
  5. Survey: Healthcare Professionals Overwhelmingly Agree That Cannabis Has “Legitimate Therapeutic Uses” (norml.org)
  6. Cannabis Law Reform Is a Civil Rights Issue and Must Be Treated as Such (norml.org)
  7. THC-Infused Cannabis Beverages Are Helping People Quit Drinking Alcohol, Survey Shows (marijuanamoment.net)
  8. Virginia Officials Launch Marijuana Survey To Inform Drafting Of Rules For Newly Legalized Market (marijuanamoment.net)
  9. Europe’s Northern Gateway: Inside the Cocaine Trade in Belgium and the Netherlands (talkingdrugs.org)
  10. Bolivia Borrows Trump’s ‘Narco-Terrorist’ Label For Protestors (talkingdrugs.org)

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